Sind Christen die besseren Menschen?

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Im Kern ist das Christentum die Erklärung Gottes an jeden Menschen, dass er ihn annimmt und liebt und mit ihm zusammenleben will.
Bei dem christlichen Glauben denken viele an das Gebot zur Nächstenliebe. Damit geht einher, dass wir an die vielen Regeln, aber auch an die vielen grossen Vorbilder denken, die als Christen Gutes tun oder getan haben. Aber sind Christen auch tatsächlich die besseren Menschen?

Zunächst einmal: Es gibt nicht wenige Christen, die den Eindruck zu erwecken suchen, dass sie bessere Menschen sind. Aber: Lassen Sie sich nicht täuschen. Sie sind es nicht! Für Gott, so scheint es, stellt sich die Frage auch so nicht. Er liebt alle Menschen ohne Ansehen und ohne sich deren Taten zu betrachten oder in Erwägung zu ziehen.

Nicht für die Perfekten

Jesus machte den Zöllner Matthäus zu einem seiner zwölf Jünger. Damit berief er einen denkbar gering Geachteten in seine engste Mannschaft. Das stiess auf Unverständnis, galten doch die Zöllner als gewissenlose Handlanger des Herrschaftssystems, die ihr eigenes Volk betrogen. Als Jesus mit diesem Unverständnis konfrontiert wurde, macht er deutlich: "Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken! Begreift doch endlich, was Gott meint, wenn er sagt: 'Nicht auf eure Opfer oder Gaben kommt es mir an, sondern darauf, dass ihr barmherzig seid.' Ich bin gekommen, um Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, die ohne ihn leben - und nicht solche, die sich sowieso an seine Gebote halten."

Kein Club-Ticket

Der Glaube an Jesus ist zunächst und zuerst keine Antwort darauf, wie wir gut oder vorbildlich leben oder wie wir unsere gefallene Welt etwas besser machen können. Es ist noch viel persönlicher und konkreter, als viele denken. Im Kern ist das Christentum die Erklärung Gottes an jeden Menschen, dass er ihn annimmt und liebt und mit ihm zusammenleben will. Daraus erwachsen dann Gedanken und Taten der Liebe, aber sie sind nicht das Eintritts-Billet, um zum „Club der Christen" zu gehören.

Manche sagen, sie können auch den Nächsten lieben, ohne Christ zu sein oder zu einer christlichen Kirche zu gehören - und das stimmt auch. Wenn man sich Menschen und ihr Verhalten betrachtet, findet man immer wieder Beispiele für Liebe und selbstloses Verhalten, das man einfach nur anerkennen kann, auch wenn die Menschen keine Christen sind. Was heisst das nun?

Woran hängt das Herz?

Um es noch einmal klar zu sagen: Gott schaut sich nicht nach Menschen um, die besonders gut sind und vorbildliche Taten vorweisen können. Dem jungen Mann, der alle Gebote hielt und wissen wollte, was er tun kann, um in das Himmelreich zu kommen, antworte Jesus: "Verkauf alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen. Damit wirst du im Himmel einen Reichtum gewinnen, der niemals verloren geht. Und dann komm und folge mir nach!" Es geht hier nicht zuerst um Besitzlosigkeit; wobei in dem Fall des jungen Mannes offensichtlich etwas in seinem Verhältnis zu seinem Besitz nicht stimmte. Der Kern des Glaubens an Jesus ist, dass wir unser Herz an ihn hängen und ihm folgen.

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Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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