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Die postmoderne Gesellschaft erlebt eine Entfremdung der Generationen voneinander und den schleichenden Zerfall der traditionellen Familie. Gleichzeitig sind die jüngere und die ältere Generation unabhängiger – auch voneinander – geworden. Wir bringen dazu die gekürzte Version eines Artikels von VFG-Präsident Max Schläpfer, der dafür plädiert, dass sich die Gemeinden den Herausforderungen stellen.
Die geistlichen Gründe für Spannungen zwischen den Generationen liegen nicht im theologisch dogmatischen Bereich, da herrscht in einer Gemeinde in der Regel weitgehende Einigkeit über die Grenzen der Generationen hinweg.
Nein, die Spannungen berühren viel mehr Fragen der persönlichen Ethik und des Stils, also die Art und Weise, wie der Glaube gelebt wird. Ganz besonders davon betroffen ist die Musik.
In meinen über 30 Jahren als Gemeindepastor habe ich verschiedene Kämpfe erlebt. Da ging es um die Akzeptanz von Musikinstrumenten, um die Lautstärke und das Liedgut. Aber auch andere Bereiche der Gemeindepraxis, welche Fragen betreffen, die von der Bibel nicht eindeutig beantwortet werden, können zu Spannungen führen.
Damit das Miteinander der Generationen funktioniert, braucht es die Überzeugung, dass es Gottes Absicht ist, dass die Generationen zusammengehören. Aber eine blosse theoretische Zustimmung zu dieser Einsicht reicht nicht aus.
Es braucht eine Herzensüberzeugung und Hingabe. Damit diese Zusammengehörigkeit in der Praxis funktioniert, genügen ein paar wenige Prinzipien, die gleichermassen für alle Generationen in der Gemeinde verbindlich sind. Niemand kann sich diesen entziehen und mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wir alle sind herausgefordert, danach zu leben und unseren Beitrag zu leisten, den Generationenkonflikt zu vermeiden oder mindestens zu minimieren.
Eines schönen Tages erhielt ich von einem befreundeten Pastor einen Brief. Mich erstaunte, dass seine Gemeinde - aus dem ländlichen Berner Oberland! - sich für ein Logo mit englischem Text entschieden hatte: «All Generation Church».
Genau so sollte es sein: Die Gemeinde als eine multigenerationelle Dienstgemeinschaft! Es ist das biblische Mandat. Es ist eine Sache, diesen Auftrag theoretisch zu bejahen, aber eine völlig andere, ihn auch umzusetzen. Darin zu leben, geht nämlich nicht ohne Spannungen ab, auch nicht ohne gewisse Konflikte.
Es braucht einen ständigen Kampf für diese Wahrheiten, ganz besonders in der heutigen Zeit, deren postmoderne Geisteshaltung genau das Gegenteil vertritt. Dass Generationen zusammen gehen können, ist ein Stück echte Jüngerschaft, weil Menschen dadurch geistlich geprägt werden.
Max Schläpfer ist Präsident des Verbandes VFG – Freikirchen Schweiz und Präsident der Schweizerischen Pfingstmission SPM.
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Zum Thema:
Die Generationen sind aufeinander angewiesen
Die Freikirchen in der Schweiz
