„Bei Menschenrechten auf einem Auge blind“

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Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche hat in der Schweiz zugenommen. Dies geht aus einer Verlautbarung der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) hervor. Nach Erhebungen der Lebensrechtsorganisation bei den Kantonen nahm die Zahl der Abtreibungen 2004 im Jahresvergleich schweizweit um mehr als 100 zu.

Der Tag der Menschenrechte erinnere an die 1948 verkündete «Allgemeine Erklärung der Menschenrechte» der UNO. Darin heisst es: «Jeder Mensch hat das Recht auf Leben». Dies gelte unabhängig von Alter, Geschlecht, Rasse oder Religionszugehörigkeit. Oft werde aber vergessen, dass Menschenrechte nicht nur in fernen Ländern verletzt werden, sondern auch in unserem Lande, tagtäglich, zehntausendfach, stillschweigend und sogar demokratisch legitimiert: „Die Rede ist von den zahlreichen Abtreibungen in der Schweiz,“ beklagt die SHMK in ihrem Communiqué.

Statistik selber recherchiert

Das Bundesamt für Statistik sei seit Jahren daran gescheitert eine Statistik dazu zu erarbeiten, gescheitert sei dies bisher auch an der fehlenden Unterstützung der Kantone, kritisierte die SHMK. Nach einer wochenlangen intensiven SHMK-Recherche liegen nun die neuesten Abtreibungszahlen der Schweiz für das Jahr 2004 auf dem Tisch: Die Abtreibungen haben um mindestens 100 Kinder zugenommen. Die SHMK weist darauf hin, dass die Gesundheitsdepartemente der Kantone Basel-Stadt, Waadt und Wallis die Bekanntgabe der Abtreibungszahlen an die Organisation verweigert hätten. Deshalb habe man bei der Zählung für diese Kantone die Zahlen von 2003 für das Erhebungsjahr 2004 unverändert übernommen. 2003 betrug die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz nach Angaben der SHMK 10'789, 2004 ist diese Zahl nach Berechnung der Organisation auf 10'895 gestiegen.

Gleichgültig gegenüber Abtreibungen

Zu Recht empöre sich eine ganze Nation, wenn ein sechsjähriges Kind auf dem Schulweg von Kampfhunden zu Tode gebissen werde, schrieb die Schweizerische Hilfe von Mutter und Kind weiter. Eine angemessene Reaktion der Politik sei nur zu begrüssen. Es kümmere aber niemanden, wenn in der Schweiz an jedem Arbeitstag zwei ganze Schulklassen von Kindern vorgeburtlich ausgelöscht würden. "Der Gipfel der Gleichgültigkeit ist aber erreicht, wenn die abgetriebenen Kinder nicht einmal als Zahl in einer Statistik erscheinen dürfen." Die Organisation verwies zudem darauf, dass auch über überzählige Embryonen bei der Invitro-Fertilisation jede Statistik fehle, obwohl der Bund im Fortpflanzungsmedizingesetz seit 2001 verpflichtet sei, jährlich eine solche zu veröffentlichen.

Weitere Informationen: SHMK, Postfach, 4011 Basel; Telefon 061 703 77 77

Webseite: www.mamma.ch

Datum: 14.12.2005
Quelle: Schweiz. Hilfe für Mutter und Kind