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Die meisten Landsleute missbilligen Liebermans nationalistische Agenda und seine rüden Sprüche, doch der ehrgeizige Likud-Chef Netanjahu, der ihn 1996 in die hohe Politik gehievt hatte, konnte seine Rechts-Koalition nur mit ihm zustande bringen. Kürzlich las Frankreichs Präsident Sarkozy dem Ministerpräsidenten beim Besuch in Paris die Leviten, wie israelische Medien berichteten. Er riet Netanjahu unumwunden, Lieberman so rasch wie möglich loszuwerden. Tzipi Livni, nun Chefin der Opposition, solle in ihr früheres Amt zurückkehren. Sarkozy, selbst jüdischer Abstammung, hatte Lieberman im Mai ein Treffen verweigert.
Laut Haaretz ist Lieberman nicht tragbar, sein Verbleiben im Amt schade den Interessen des Staats. Die arabischen Ländern weigerten sich, mit dem Chef der israelischen Diplomatie zu sprechen, dies wegen seiner Drohungen und feindseliger Bemerkungen über Ägypten und dessen Präsidenten. Lieberman hatte sich einst zur Aussage verstiegen, bei Bedarf könne Israel den Assuan-Staudamm bombardieren. Für Aufsehen sorgte seine Äusserung im Wahlkampf, allen Arabern in Israel einen Loyalitätseid abzuverlangen.
Israel brauche, so die Zeitung, am Vorabend von Verhandlungen mit den Palästinensern und vielleicht auch mit Syrien, alle internationale Unterstützung, die es haben könne. Dazu sei ein Aussenminister vonnöten, dem in den Hauptstädten der Welt die Türen offenstehen.
Artikel zum Thema: Lieberman: Kein Porzellan-AussenministerQuellen: Livenet / NZZ, Haaretz
