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Im Zeitalter der Globalisierung wird global um gut ausgebildete Fachkräfte und Akademiker geworben. Während attraktive Regionen in Europa Arbeitskräfte anziehen, erleben osteuropäische Länder einen bedrohlichen ‚Brain drain‘. Die Abwanderung von Akademikern, Fachkräften und strebsamen, unternehmerisch denkenden Menschen verdüstert ihre Entwicklungsaussichten; die immer noch sehr hohe Abtreibungsrate verschärft die Problematik noch.
„Polen sorgt sich um seine verlorenen Söhne“. Unter diesem Titel schildert die Neue Zürcher Zeitung den Stimmungswandel in Polen, wo man die oft hochqualifizierten Auswanderer zunehmend vermisst. Grossbritannien und Irland schotteten ihre Arbeitsmärkte bei der EU-Osterweiterung nicht ab wie die Staaten auf dem Kontinent. Nun arbeiten auf Londons Baustellen viele polnische Akademiker – der Lohn ist es ihnen wert. Dass Hunderttausende ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben, hat laut der Zeitung „tiefgreifende Konsequenzen für das sozio-ökonomische Gefüge“. Wie werden künftig die Renten finanziert? Bereits bekunden Unternehmen Mühe, in Grossstädten gut ausgebildete Fachkräfte zu finden. Deutlich höhere Löhne sind die Folge. Müssen Ukrainer und Chinesen ins Land gelassen werden?
Davon abgesehen, sind die Kirchen in Westeuropa herausgefordert, sich der Migranten anzunehmen. Wenn Osteuropäer in Massen kommen – wie Polen über den Kanal oder Rumänier nach Italien und Spanien – bilden sie eigene Gemeinden. Südlich von Alpen und Pyrenäen verändert sich die evangelische Landschaft merklich. In unseren Breitengraden ist noch wenig spürbar. Die reformierten Kirchgemeinden in der Stadt Zürich haben mit landeskirchlichen Stellen ein Konzept erarbeitet und ein Zentrum für Migrationskirchen eingerichtet. Sie konzentrieren sich auf evangelische Migrationskirchen, alteingesessene wie auch junge, unangepasste (vor allem afrikanische).
Diese, so das Konzept, „verändern die kirchliche Landschaft der Schweiz und fordern die Landeskirche heraus, sich dieser neuen vielsprachigen und multikulturellen Realität zu öffnen und neue Modelle der Integration und der verbindlichen Zusammenarbeit zu schaffen.» Die Zürcher Reformierten plädiert dafür, «den Migrationskirchen nicht nur unter dem diakonischen, sondern auch unter dem ökumenischen Aspekt zu begegnen und (...) sie als Schwesterkirchen ernst zu nehmen.»
Links zum Thema:
Mehr zu den Zürcher reformierten Bemühungen für Migrationskirchen
Homepage der AGIK
