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«Die Säulen der Erde», «Das Parfum» oder «Die Buddenbrooks»: Buchverfilmungen im Fernsehen und Kino sind wieder hoch im Kurs. Sie lassen die Menschen in vergangene Zeiten entfliehen, wo sie Grossartiges erleben können.
Was macht die Faszination von Buchverfilmungen aus? Sergio Mimica-Gezzan, Regisseur von «Die Säulen der Erde», sagte im November in einem Interview mit «Spiegel Online»: «Unser Leben ist heute sehr stressig, immer mehr Informationen prasseln auf uns ein. Es fehlt uns die Zeit, grosse tolle Erfahrungen zu machen, die ausserhalb des normalen Alltags stattfinden. Der Erfolg von ‚Die Säulen der Erde’ zeigt, dass die Menschen das Bedürfnis haben, Grossartiges zu erleben. Natürlich ersetzt ein Roman nicht solche Erfahrungen, aber er versetzt uns in eine andere Zeit.» Mimica-Gezzan bringt es auf den Punkt: Was wir selber in der Realität an Grossartigem nicht erleben können, verschafft uns das Lesen von Büchern: hier können wir in Abenteuer aus vergangenen Zeiten eintauchen. Diese Erfahrung wird mit den Filmen und ihrer Bildsprache fortgesetzt – oder sogar ersetzt. Wohl die wenigsten Zuschauer haben das Buch «Die Säulen der Erde» mit einer Länge von 1165 Seiten tatsächlich gelesen.
Die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten und Abenteuern gibt es auch unter Christen. Zumindest in den Fernseh-Redaktionen scheint man daran zu glauben. So wurde in den Vereinigten Staaten eine Romanreihe der christlichen Bestsellerautorin Jeannette Oke verfilmt, und zwar von Michael Landon jr., dem Sohn des verstorbenen Schauspielers und Produzenten Michael Landon. Im April ist mit «Liebe wird wachsen» der erste Teil des Romans in deutscher Sprache bei uns auf DVD erschienen. Erzählt wird in dieser Reihe aus dem Leben einiger Menschen während der Zeit des Wilden Westens. Landon verfilmt zur Zeit einen Roman der christlichen Autorin Beverly Lewis über das Leben bei den Amischen, die mit ihrer Lebensart aus einer vergangenen Zeit viele Menschen faszinieren.
