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Es fällt mir nicht schwer, diesen Fehler zuzugeben. Mein Ärger über mich ist bald verraucht. Dem Gesamtbild schadet es ja nicht. Keiner wird sich überdies die Mühe machen, die Kreuzchen der Vorlage mit meinen Stichen zu vergleichen. Alles halb so schlimm.
Die anderen Frauen in der Runde ermutigen mich, es gelassen zu nehmen. Denn: Nobody is perfect! Das sagen wir immer wieder: Nobody is perfect! Aber wir wären es trotzdem gerne! Wer gibt im «richtigen Leben» schon frisch-fröhlich Fehler zu? Wer gesteht sich ein, dass das Leben womöglich selbstverschuldet eine andere Richtung nahm als geplant oder erhofft?
Wieviel entgeht uns, weil wir warten, bis wir erst richtig gut sind? Wir laden erst dann Gäste ein, wenn die Wohnung glänzt. Wir trauen uns erst, in der Musikgruppe zu spielen, wenn wir zehn Jahre Klavierunterricht hinter uns haben.
Nicht einmal in der Bibel finden wir perfekte Menschen:
Auch Jesus musste auf unvollkommene Männer wie Petrus zurückgreifen. Und sie durften auch Fehler machen. Ich möchte damit nicht der Mittelmässigkeit das Wort reden, aber Mut machen zur Barmherzigkeit mit sich und mit anderen.
Ausserdem: Wo es unvollkommen zu und her geht, wachsen Spontaneität, Liebe, Vergebung und Humor. In einer solchen Atmosphäre getrauen sich auch Zaghafte, mit anzupacken.
Buch zum Thema:
Reinhold Ruthe: Die Perfektionismusfalle – und wie wir ihr entkommen können
