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Die schweigende Mehrheit in der City schluckt den dröhnenden Sound, wenn sie sich nicht präventiv verdrückt. Street Parade. Einmal im Jahr mengen sich PartygängerInnen, Möchtegern-Ausflipper und Voyeure zu Hunderttausenden ums Zürcher Seebecken. Das aufreizende Vorführen von sexy Outfits ist „geil" (mehr fällt Durchschnittsteilnehmern dazu nicht ein) und läuft rücksichtslos nach dem Motto: Wir haben heute Fun; alles andere ist mir egal.
Abgesehen von der Grippegefahr, die die Verantwortlichen „nicht dramatisierten": Die Polizei hat an diesem Regentag mehr zu tun als in früheren Jahren: „Die Stimmung war bereits am Nachmittag aggressiv. Zum Teil wurde exzessiv Alkohol und Drogen konsumiert", sagt die Polizeisprecherin Judith Hödl dem Tages-Anzeiger. „Wiederholt mussten wir auch die Sanitäter bei ihrer Arbeit unterstützen. Viele alkoholisierte Raver waren renitent und aggressiv. Da mussten wir helfen."
An der anschliessenden Mainstation-Party im Hauptbahnhof lassen viele Besucher, die dem Alkohol zusprechen, die Glasflaschen nach dem Konsum einfach - fallen. Dies führt zu zahlreichen Schnittverletzungen. Tausende pissen auf die Strasse, an die Wände. Das propere Zürich ist nach der Street Parade der grösste Abfallkübel der Schweiz. No problem. Nachteinsatz. Auf 70 Tonnen schätzen die Verantwortlichen die Abfallmenge. Die einen haben Fun, die anderen den Dreck. Und die Polizei entzieht Dutzenden auf der Autobahn den Führerausweis wegen der Promille am Steuer.
Ob unsere auf Individualismus getrimmte Gesellschaft dazu imstande ist? Nicht ohne eine christliche Werteerziehung, die a) den Menschen einlädt, sich von Gottes Geist zuinnerst erneuern zu lassen, b) auf Verantwortung und Integrität abzielt, c) Vergebung von Schuld und Wiederherstellung ermöglicht und d) individuelle Freiheit und Gemeinschaft aufeinander bezieht. Die säkulare Gesellschaft ist dazu offensichtlich nicht imstande - die Kirchen, die Christen und alle Bürger mit Zivilcourage sind gemeinsam herausgefordert.
Quelle: Livenet / Tages-Anzeiger, NZZ
