- Magazin
- News
- Information
- Jesus
- Gott
- Glaube
- Gebet
- Christentum und andere Religionen
- Bibel
- Kirche
- Feiertage
- Wissen & Forschung
- Archiv
- ERlebt
- Ratgeber
- Community
- Service
Skandal im WM-Jahr: Vier Clubs müssen wegen Betrug in die Serie-B absteigen. Tief verwickelt ist Klubboss Luciano Moggi. Und was geschieht? Italien wird Weltmeister! Nein, das ist keine Prognose für diese WM. Es geschah eingangs der 1980er Jahre. 1982 wurde Italien Weltmeister. Moggi war damals bei Lazio Rom. Die Geschichte wiederholt sich. Juventus Turin und andere Teams stehen vor dem Zwangsabstieg.
Gianluca Pessotto, langjähriger Spieler bei Juventus und heute Manager des Vereins, hat offenbar einen Selbstmordversuch gemacht. Mit einem Rosenkranz in der Hand stürzte er aus dem zweiten Stock. Pessottos Vorgänger Luciano Moggi gilt als Drahtzieher des Bestechungsskandals.
Wir sprachen mit zwei Sportpfarrern darüber, Beat Fuhrimann von SRS Pro Sportler und Primo Cirrincione von Athletes in Action («Ich heisse zwar Primo, bin aber Secondo»).
Sport gilt als fair. Wie kann so etwas passieren?
Primo Cirrincione: Die Prioritäten sind in Italien ganz anders als in der Schweiz. Fussball ist
Beat Fuhrimann: Für mich ist klar, fair ist etwas dann, wenn für alle die gleichen Regeln gelten und sich alle daran halten. Das gilt im Leben und im Sport. Es sind immer die gleichen Stichworte die zu so etwas führen: Geld, Macht, manchmal Sex. Geld und Macht zogen in den letzten Jahren im Sport ein. Dazu kommt, dass man Angesehen und bedeutend sein will.
Offenbar wollte Juve-Manager Pessotto Selbstmord machen. Was läuft da, dass ein langjähriger Juve-Spieler und Funktionär keinen anderen Weg mehr sieht?
Primo Cirrincione: Das ist typisch Mensch. Man ist in etwas drin und kommt nicht raus. Da ist Druck, der irgendwo raus muss. Einer verneint alles, einer kämpft und ein Anderer einer sieht keinen Ausweg.
Beat Fuhrimann: Meistens ist Druck von aussen und innen da. Vielleicht war er mit der Entwicklung überfordert. Geld oder Machtspiele, ich weiss es nicht.
Fünf italienische WM-Spieler gehören Juventus. Die Serie B droht. Jetzt der Selbstmordversuch. Wie kann das Nationalteam in Ruhe arbeiten? Was braucht dieses Team jetzt?
Primo Cirrincione: In der italienischen Kultur muss das Äussere stimmen, das Innere ist nicht relevant. Man geht auch über Unwahrheiten.
Beat Fuhrimann: Sie müssen sich irgendwann damit auseinandersetzen. Aber jetzt ist die falsche Zeit. Sie müssen es nehmen wie es ist, sie können nichts ändern, nichts verarbeiteten. Sie müssen sich aufs nächste Spiel konzentrieren. Im Wissen, dass sie irgendwann daran kauen müssen. Dann zeigt sich, was im Leben wirklich trägt. Es ist ein schwerer Moment. Aber auch eine Chance. Man sieht, auf was man sich dann noch verlassen kann. Was trägt und was nicht. Da kommt Gott ins Spiel. Ich wünsche, dass die Spieler das erkennen.
