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Das Volk atmet auf. Endlich kehrt Ruhe im Land ein. Die zehn Stämme Israels haben unruhige Zeiten hinter sich. Nach einem blutigen Coup gegen den Enkel des Staatsgründers Jerobeam rangen zwei Armeekommandanten während Jahren um die Macht. Omri, der Sieger, hat mit der neuen Hauptstadt Samaria dem erschütterten Staat ein Zentrum gegeben. Stabilisierend wirkt sich auch die Allianz mit dem Nachbarreich aus, die Omri mit der Verheiratung seines Sohnes Ahab krönt: Prinzessin Isebel bringt mit ihrem Gefolge phönizischen Glamour nach Samaria, wo noch an allen Ecken gebaut wird. Die höheren Steuern nimmt man hin. Mit Ahab geht's aufwärts.
Der neue Kult (der allerdings an die uralte Baal-Verehrung der von den Israeliten unterjochten Ureinwohner des Landes anknüpft) verheisst sichere Jobs im Machtzentrum. Um die Priester, die Isebel aus Tyrus kommen lässt, scharen sich bald ambitionierte Einheimische. Dass damit andere Werte in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einfliessen, nimmt das Volk hin. Baal hat Konjunktur. Und es geht aufwärts.
In Windeseile verbreitet sich das ungeheuerliche Wort im Palast. Wie kann Elia es wagen, im Namen Jahwes derart zu drohen?! Jahwe hat ja immer noch seine Tempel in Dan und Bethel. Warum sollte er dem Land zürnen und ihm den Regen vorenthalten? Für Regen ist doch - jedenfalls nach kanaanitisch-phönizischer Meinung - der Sturmgott Baal zuständig!
Der Mann selbst ist schon weg. Isebel und Ahab lassen vergeblich nach ihm fahnden. „Vergessen wir den Spinner, geniessen wir das schöne Wetter", sagt sie zu Ahab.
Doch die wolkenlosen Woche folgen sich, und es wird klar: Elias Wort - trifft ein. Der Regen bleibt aus, kein Tropfen vom Himmel, kein Tau. Ist Elia tatsächlich ein Prophet des höchsten Gottes? Die Regenzeit fällt aus, ein Jahr, ein zweites Jahr. Auf den Feldern wächst nichts mehr. Die Konjunktur ist dahin. Was nun, Ahab?
Der Bericht von Elia und Ahab findet sich in der Bibel, 1. Könige, Kapitel 16-17.Fortsetzung folgt.
