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Elia soll die Dürre in Israel beenden. König Ahab scheut keinen Aufwand, um den Verschwundenen zu finden: Stress ohne Ende für seinen Stabchef Obadja.
Der Beamte hat Ahab beim Aufbau der neuen Hauptstadt Samaria beste Dienste geleistet. Der König hat ihn als Verwalter des Hofs eingesetzt, weil er den Blick fürs Wesentliche hat. Dass der Kult der neuen Götter, die die Königin Isebel aus ihrer Heimat Sidon nach Samaria gebracht hat, bei Obadja Kopfschütteln verursacht, spürt Ahab deutlich. Gleichwohl (oder gerade deshalb?) vertraut er seinem tüchtigsten Mann und gibt ihm ständig Sonderaufträge. Doch wie soll man nach über zwei Jahren Dürre, da nichts mehr wächst, noch Futter finden für alle Pferde und Maultiere des Königs? Die Böden sind ausgedörrt, die Bäche versiegt...
Darum fassten alle Beamten des Staates den Auftrag, den «Staatsfeind Nummer 1» (Isebel) zu finden und nach Samaria zu schaffen. Ohne Erfolg. Auch Obadja, dem ein guter Draht zu Gottes Anhängern nachgesagt wird, fand keine Spur. Schliesslich sandte Ahab ihn in die Nachbarländer, sozusagen mit internationalem Haftbefehl. An allen Ecken und Enden hatten die Sicherheitskräfte Elia zu suchen.
Obadja gehört zu den gewieften Spielern im Machtpoker am Hof. Er hat geahnt, dass Isebel die Propheten Gottes verfolgen würde. Ahabs Einwänden zum Trotz hat sie schliesslich alle, derer sie habhaft wurde, töten lassen. Obadja schaffte es, hundert von ihnen rechtzeitig in zwei Höhlen zu verstecken und trotz Dürre durchzufüttern! Für Elia selbst hat sich der Stabchef des Königs tief in seinem Herzen eine urtümliche Ehrerbietung bewahrt. Doch das hilft ihm jetzt nicht: Den Propheten zu finden, der wie vom Erdboden verschluckt ist, scheint unmöglich! Ist er umgekommen?
Ahab rafft sich auf: Um dem Vorwurf der Passivität zu begegnen, macht er sich selbst auf die Suche nach Futter. Mit demselben Ziel reitet Obadja in andere Distrikte. Da begegnet ihm eine Gestalt, die er zu kennen glaubt. Der verschwundene Prophet - ist er doch im Land? Obadja traut seinen Augen kaum, dann steigt er vom Pferd und wirft sich vor ihm zu Boden: «Bist du es, mein Herr Elia?»
Elia blickt Obadja ruhig in die Augen: «Keine Angst, ich tauche nicht ab. Ich komme gleich nach - noch heute will ich mich ihm zeigen.» Obadja steigt aufs Pferd, sprengt weg, findet Ahab und überbringt ihm die elektrisierende Mitteilung. Der König geht Elia entgegen.
So was gibt's doch nicht, denkt Obadja. Elia allein gegen die Hundertschaften heidnischer Höflinge und Ritualexperten? Was will er da oben auf dem Karmel?
Fortsetzung folgt.Lesen Sie die ersten Teile der Elia-Serie: