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Die Leute in Israel sind anpassungsfähig. «Jahwe», der ursprünglich nur in Jerusalem verehrte Gott Davids, hat seine Tempel seit drei Generationen auch in Bethel und Dan und man bringt ihm dort Opfer. Nun ist in der Hauptstadt Samaria ein Baal-Tempel dazugekommen und für seine Queen und ihr Gefolge aus Sidon hat König Ahab auch noch eine Aschera-Statue errichtet. Warum nicht verschiedenen Gottheiten Verehrung zollen?
Unter diesem Gesichtspunkt hat es sich nicht ausgezahlt, viele Götter zu verehren - und Baal, der für den Sturm zuständig wäre, hat keinen Regen gebracht. «Wie lange wollt ihr auf zwei Krücken hinken?» fragt Elia spitz. «Wenn Jahwe Gott ist, so folgt ihm, wenn aber Baal, so folgt ihm.» Die Leute schweigen. Braucht es eine Entscheidung? Elia fordert sie.
Elia lässt der anderen Seite den Vortritt. Die Baalspropheten richten das Opfer her - und rufen zu Baal, er möge es entzünden. Nichts geschieht - während Stunden. Elia sieht zu. Um die Mittagszeit spottet er: «Ruft laut, denn er ist ein Gott! Sicher ist er gerade beschäftigt, oder er ist weggegangen; vielleicht schläft er auch und muss erst aufwachen...» Die Baalspropheten rufen lauter und ritzen sich mit Schwertern und Speeren blutig. Es nützt nichts.
Nun geht Elia ans Werk. Mit zwölf Steinen, die an die zwölf Stämme Israels erinnern, errichtet er einen Altar für Gott Jahwe (auf dem Berg stand einst ein solcher Altar; er wurde abgerissen). Den Stier zerlegt er - und dann lässt er Wasser über ihn schütten, viele Eimer, so dass auch der Graben um den Altar gefüllt wird.
Elia tritt zum Altar und ruft seinen Gott an: «Jahwe, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll bekannt werden, dass du Gott bist in Israel und dass ich dein Diener bin und all dies auf dein Wort hin getan habe. Antworte mir, Jahwe, antworte mir, damit dieses Volk erkennt, dass du, Jahwe, Gott bist und dass du ihr Herz zurückwendest.»
Tatsächlich! Feuer fällt auf den Altar herab - alles verbrennt, das Brandopfer, das Holz, sogar die Steine frisst das Feuer. Erschrocken fallen die Versammelten auf ihr Angesicht und stammeln: «Jahwe, er ist Gott! Jahwe, er ist Gott!»
Zum König Ahab, der der Feuerkonkurrenz passiv zugesehen hat, sagt der Prophet, er solle heimkehren in den Palast; denn es werde bald regnen. Regen - nach drei Jahre heute wieder Regen??
Da! Tatsächlich kann der Bursche, den Elia zum Aussichtspunkt sendet, beim siebten Mal am Horizont eine Wolke entdecken. Innert einer Stunde verfinstert sich der Himmel - und ein Sturm setzt ein mit starkem Regen. Ahab hat es nicht glauben wollen; nun fährt er auf seinem Wagen zurück in den Palast. Elia aber - als hätte er sich nicht völlig verausgabt in diesem Ringen - läuft vor dem König her.
Fortsetzung folgt.Lesen Sie die anderen Texte der Elia-Serie:
Elia und der Stabchef
Elia und die Himmelsdiät
Elia und die Baal-Konjunktur
