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Bei der Dürre geht's um eine Machtprobe der Götter. Seit Isebel im Palast von Samaria das Zepter führt, steht der Gott der Väter, im Schatten von Baal Melkart, dem Gott ihrer Heimatstadt Sidon. Um seiner Queen das entlegene Samaria schmackhaft zu machen, hat Ahab dem Baal einen Tempel errichten lassen. Isebel hat einige hundert Priester aus Sidon geholt, um dem neuen Hauptstadtkult im Land Israel Gewicht zu verleihen (die Leute merken's an höheren Steuern). Die Dürre trifft nun diese Religionspolitik frontal - denn was ist der Sturmgott Baal wert, wenn er nicht einmal für Regen sorgen kann??
Raben? Nahrung vom Himmel? Elia gehorcht der Stimme Gottes. Am Bach lebt niemand, kein Weg führt dahin; der Verfolgte braucht die Nahrung von oben. Und tatsächlich: Raben fliegen herbei und bringen Brot und Fleisch am Morgen und am Abend! Gott hält Wort.
Blauer Himmel, von Tag zu Tag, Woche auf Woche. Betend geht Elia auf und ab. Das Elend im Land treibt ihn um. Kommt ein neues Wort Gottes - oder wird nichts geerntet werden können? Nach Monaten versiegt der Bach. Wohin, Elia?
Gott hat Elia auf diese Situation vorbereitet. Er wiederholt seine Aufforderung und fügt an: «So spricht der Gott Israels: Das Mehl im Krug wird ausgehen und der Ölkrug wird nicht leer werden, bis zu dem Tag, an dem Gott dem Erdboden Regen gibt.»
Die Frau nimmt Elia auf - und das Wunder geschieht! Mehl und Öl aus der unsichtbaren Vorratskammer. Die Witwe dankt Elia, dass er mit seinem Gott zu ihr gekommen ist.
Dann legt er sich dreimal auf den Knaben und betet: «Mein Gott, lass doch das Leben zurückkehren in dieses Kind!» Gott hört Elia und bringt den Knaben ins Leben zurück. Elia nimmt ihn in die Arme und trägt ihn zur Mutter hinunter: «Sieh, dein Sohn lebt.» Auf ihrem verhärmten Gesicht breitet sich Freude aus: «Nun weiss ich, dass du ein Gottesmann bist. Das Wort Gottes in deinem Mund ist wahr.»
Fortsetzung folgt.
Lesen Sie den ersten Teil der Elia-Serie:
Elia und die Baal-Konjunktur
